Costa Ricas Wandel zum Kaffeeland

    Im Gegensatz zu Äthiopien, dem Ursprungsland der Kaffeepflanze, wo schon seit dem 17. Jahrhundert Kaffee exportiert wurde, musste Costa Rica erst auf die Unabhängig von Spanien warten und die erfolgte erst 200 Jahre später, nämlich 1821. Mit der Lösung von Spanien stand der Bohne nichts mehr im Wege, 1831 gab es sogar eine Aufforderung der Regierung mit einer speziellen Belohnung – wer länger als fünf Jahre auf Brachland Kaffee anbaue, dürfe das Land danach sein Eigen nennen. 1843 erfolgten die ersten Direkttransporte nach England, bis 1890 stellte Kaffee das einzige Exportgut des Landes dar.

    1830 wurde auch in Costa Rica der Vorgang der ‚nassen‘ Kaffeeaufbereitung, dem washed process, kennen und schnell lieben gelernt, sodass es im Jahre 1905 bereits über 200 Verarbeitungsstätten, den sogenannten ‘wet mills’ gab. Der Prozess versprach eine bessere Bohnenqualität und somit auch einen höheren Preis am Markt. Die Kaffeeindustrie wuchs weiter, bis sie schließlich ihre geografischen Grenzen erreichte, denn nur bestimmte Orte eignen sich zum Anbau der empfindlichen Pflanzen und so haben sich acht Hauptanbauregionen entfaltet.

     

     


    Specialty Coffee in Costa Rica

    Obwohl Costa Rica auf fast 200 Jahre Kaffeeanbau zurückblicken kann, gilt das Land als relativ junges Mitspieler in der Specialty Coffee Welt. Das Land ist sehr lange geprägt gewesen von einfach anzubauenden Kaffees, die vor allem in der Massenindustrie verwendet worden. Großanbauer und Händler standen im Vordergrund, die Vertriebswege überkreuzten sich und eine Rückverfolgung der Bohne zur Farm war schwer möglich. Die Costa Ricaner erzielen mittlerweile dabei die höchsten Erträge pro Hektar. Bei nicht einmal 5 Millionen Einwohnern gibt es an die 400 Millionen Kaffeepflanzen.

    In den letzten Jahren hat sich die Kaffeeindustrie aber rasant gewandelt und es kam zum Umdenken vieler Kaffeebauern. Sie begannen kleinere Verarbeitungsstätten, sogenannte Micro Mills, direkt auf der Farm zu errichten, um die Verarbeitung selbst in die Hände zu nehmen. Qualitätssicherung lag somit in der Macht der Farmer. Die Umstellung ließ Freiraum für neue Anbau und Verarbeitungsprozesse, Nutzung verschiedenster Varietäten und für neue Qualitäts- und Umweltstandards.

    Dazu kommen sehr strengen Wasserverordnungen und Umweltschutzauflagen für den Kaffeeanbau, gepaart mit einem Katalog für soziale Anforderungen. Die Kaffeepflücker bekommen nicht nur Kost und Logis, sondern werden auch medizinisch versorgt, was so in vielen Kaffeeanbauländern nicht üblich und für die Kaffeepflücker sonst unerschwinglich wäre.

    Durch diese Entwicklungen war das Etablieren einer Specialty Coffee Industrie eigentlich ein zwangsläufiger Schritt in Costa Rica. Das Land ist heute eines der besten und anspruchsvollsten Kaffeeländer der Welt.
    Neugierig geworden? Costa Rica auch Zuhause erleben:

    Unsere Costa Rica Kaffees

    Wir importieren im direkten Handel seit nunmehr über 15 Jahren Kaffee aus Costa Rica und haben gute Freunde auf vielen Farmen. Besonders überzeugend ist aber die Qualität. Vielfältige Varietäten gepaart mit hohen Standards – das macht die Qualität des costa-ricanischen Kaffees aus und genau deshalb schätzen wir ihn im Spezialitätenbereich. Unser Röstmeister und unsere Barista sind sich einig – die Bohnen aus Costa Rica sind von Natur aus clean und aromatisch-süß, oft schokoladig, aber mit dem richtigen Röstverfahren und präziser Zubereitung kommen noch unzählige weitere Geschmacksnoten hervor.
    Das könnte dich auch interessieren