Chemex

Die Chemex ist ein faszinierenden Objekt in der Welt des Kaffees. Sie ist wahrscheinlich nicht die praktischste Kaffeemaschine - ihr Design ist nicht unumstritten - aber sie ist eine der kultigsten Kaffeezubereiter aller Zeiten. Nachdem sie 1941 von dem deutschen Erfinder Peter Schulbohn erfunden wurde, eroberte sehr schnell den amerikanischen Markt. Sie schaffte es sogar auf die Titelseite des Magazins "Useful Objects in Wartime" des Museum of Modern Art und wurde für ihr schnörkelloses Design gelobt. Die Tatsache, dass sie immer noch Teil der MoMA-Sammlung ist, beweist, dass sie ein Designklassiker ist. In einer Chemex wir dein Kaffee aber nicht nur wunderschön aussehen, sondern auch klar und süß schmecken:

 

Auf den ersten Blick sieht die Chemex wahrscheinlich ähnlich aus wie die meisten anderen Handbrühgeräte, aber es gibt ein paar Eigenheiten. Zunächst das dicke Filterpapier: Statt des klassischen kegelförmigen, vorgefalteten Filters mit einer Naht an einer Seite (wie die hario Papierfilter), den du öffnest und direkt auf den Brüher legst, wird der Chemex-Filter als großes Blatt geliefert, das gefaltet werden muss. Der Filter wird zweimal halbiert, so dass beim Aufklappen ein geschlossener Kegel entsteht. Das bedeutet, dass sich auf einer Seite des Kegels drei Papierschichten befinden. Dadruch, dass die Chemex-Filter somit dicker sind als normale Kaffeefilter, bedeutet dies, dass der Kaffee etwas anders als bei normalen Filterbrühern gebrüht wird, weil dieser Aufbau viel mehr Widerstand bietet. Das bedeutet, dass der Kaffee sauberer ist, weil mehr feine Partikel und Öle herausgefiltert werden. Bedenke jedoch auch, dass die Durchlaufgeschwindigkeit  langsamer ist, als bei der Hario V60 zum Beispiel. Um dies auszugleichen, mahle deinen Kaffee etwas gröber mahlen.

Der andere wichtige Unterschied liegt im Design: Brüher und Becher sind ein einziges Teil. Im Gegensatz zur V60, die du auf eine Tasse oder ähnliches stellst, brühst du bei der Chemex den Kaffee im Trichter oben auf. Wenn du fertig bist, holst du den Filter einfach heraus und servierst deinen Kaffee in der Karaffe. Das kann ein Problem sein: Wenn der nasse Filter das Glas zu fest abdichtet, kann eine Art Schleuse entstehen, die verhindert, dass das Wasser nach unten in den Boden fließt. Der Ausgießer, der sich über die gesamte Länge des Trichters erstreckt, hat seinen Grund - er schafft einen Kanal, durch den Luft eindringen kann. Lege die 3-lagige Seite des Filters auf dieselbe Seite wie den Kanal, so dass eine steifere Filterwand entsteht, die nicht so leicht in den Kanal rutscht und das Innere abdichtet. Du wirst nicht zwangsläufig Probleme bekommen, aber es ist etwas, worauf du achten solltest.

 

UNSER REZEPT

30g Kaffee, Medium-grob gemahlen (EK43: 13 auf dem neuen EK-Rad)
500g Wasser

SCHRITT FÜR SCHRITT

  1. Setze den Wasserkocher auf ca. 94° C. 
  2. Falte den Filter gemäß der Anleitung: Sie variiert von Modell zu Modell. Öffne den Filter in eine Kegelform.
  3. Lege den Filter in die Karaffe, wobei die 3-lagige Seite auf der Seite mit dem Ausguss liegen sollte, damit der Filter nicht nach unten rutscht.
  4. Spüle das Papier mit einer guten Menge kochendem Wasser aus, um den Papiergeschmack zu entfernen. Vergiss nicht, das Wasser durch den Auslauf wegzuschütten.
  5. Schütte den gemahlenen Kaffee in den Filter, schüttle ihn ein wenig und lege das Ganze dann auf eine Waage, um es zu tarieren. 
  6. Starte den Timer und gieße 60g Wasser ein, so dass der ganze Kaffee nass wird.
  7. Lasse den Kaffee 45 Sekunden lang blühen. Wenn du das Gefühl hast, dass der Kaffee noch nicht ganz durchtränkt ist, schwenke ihn ein wenig. 
  8. Jetzt kommt der eigentliche Guss. Wir wollen 60 % unseres Brühwassers - also 300g - bis etwa 1:15-1:30 Uhr einfüllen. Gieße in konzentrischen Kreisen, um das gesamte Kaffeebett zu bedecken, nicht zu stark und nicht zu leicht. Du willst den Kaffee genug aufrühren, um sicherzustellen, dass es alles am Aufguss teilnimmt, aber nicht so viel, dass ein Kanal entsteht, durch den das Wasser rauschen kann, ohne den ganzen Kaffee zu treffen. 
  9. Der Trichter wird jetzt ziemlich voll sein. Füge weiterhin Wasser in kleinen, kontrollierten, kreisförmigen Güssen hinzu. Etwa zwischen 2:00 und 2:30 Uhr solltest du die vollen 500 g eingefüllt haben.
  10. Schwenke die Chemex ein letztes Mal leicht, um den Kaffee von den Seiten zu klopfen und ein schönes, ebenes Bett zu schaffen, durch das das restliche Wasser ablaufen kann. Mach dir keine Sorgen, wenn es bis zu 5 Minuten dauert, bis das Wasser vollständig abgetropft ist. 
  11. Nimm den Filter heraus und genieße deinen Kaffee!

 


Älterer Post Neuerer Post

Deutschland (EUR €)
Deutsch