Brasilien | Südamerika

Brasilien - der größte Kaffeeproduzenten der Welt

Brasilien war für über 150 Jahre der größte Kaffeeproduzent der Welt. In diesem Blogartikel nehmen wir euch mit auf die spannende Reise des Beginns des Kaffees in Brasilien. Von turbulenten Perioden in der Entstehung bis zum hin zum Spitzenkaffee war es ein langer Weg, also schnallt euch an in kommt mit uns auf Entdeckungstour!


Der Mythos: Wie der Kaffee nach Brasilien kam

Eingeführt wurde Kaffee im Jahr 1727 von Französisch-Guayana. Zu dieser Zeit wurde Brasilien noch von Portugal beherrscht. Der erste Kaffee wurde von Francisco de Melo Palheta in der Region Para im Norden des Landes angebaut. Den Mythen nach reiste Palheta mit dem Vorwand einer diplomatischen Mission nach Französisch-Guayana, verführte dort jedoch die Ehefrau des Gouverneurs. Als er dann wieder aufbrach, waren die Samen in einem Blumenstrauß von ihr versteckt. Als er den Kaffee nach seiner Rückkehr dann angepflanzte war dieser eigentlich nur für den heimischen Konsum gedacht, aber der Erfolg sprach für sich und die Samen wurden schon sehr bald von einer Farm zur nächsten weitergereicht. 


Kommerzielle Kaffeeproduktion

Die kommerzielle Kaffeeproduktion begann in der Nähe des Flusses Paraiba, welcher an Rio de Janeiro grenzt. Dies war das perfekte Anbaugebiet für Kaffee, da der Boden sehr fruchtbar ist und zudem die Nähe zu Rio de Janeiro eine ideale Grundlage für den Export bot. Im Gegensatz zu kleineren Farmen in Mittelamerika waren die Farmen in Brasilien seit Beginn sehr groß und zudem durch Sklaven angerieben. Es handelte sich um eine sehr aggressive Art des Wirtschaftens, denn die stärksten gewannen die Kämpfe um schwammig definierte Grenzen der Anbaugebiete und nur ein einziger Sklave war für 4.000-7.000 Pflanzen verantwortlich. 


Erste Boom

Der wahre Kaffeeboom fand zwischen den Jahren 1820 und 1830 statt. Während dieser Periode stieg das Interesse der anderen Länder enorm und der globale Markt wurde immer attraktiver. Die “Barone” der Kaffeeindustrie wurden durch diesen Aufschwung noch mächtiger und vor allem noch reicher. 

Gegen 1830 wurde in Brasilien rund 30% des Kaffees der Welt produziert, in 1840 waren es dann schon 40%. 

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die brasilianische Kaffeeindustrie stark von der Sklavenarbeit abhängig. Über 1,5 Millionen Sklaven wurden nach Brasilien gebracht, um dort auf den Plantagen zu arbeiten. Als der Sklavenhandel 1888 abgeschaffen wurde, sah Brazilien die Kaffeeproduktion in Gefahr. Doch entgegen aller Befürchtungen ging die Ernte erfolgreich weiter und auch in den Folgejahren genoss die Industrie weiterhin gute Resultate. 


Zweite Boom 

Der zweite Boom fand von 1880 - 1930 statt. Diese Periode, auch “café com leite” Periode genannt, spielte eine wichtige Rolle für die Stabilität des Kaffeepreises. Der Staat erkannte den Wert des Kaffees und um den Preis zu stabilisieren, kaufte er den Kaffee zu einem überhöhten Preis ein, wenn der Marktpreis niedrig war. 

In den 1920er Jahren wurden in Brasilien 80% des Kaffees der Welt produziert. Durch diese Einnahmen konnte ein großer Part der Infrastruktur finanziert werden. 

Diese erhöhte Produktion führte jedoch zu einem starken Kaffee Überschuss. Dies wurde dem Land zum Verhängnis als es im Jahr 1930 zum Crash während der Great Depression (Große Depression) kam. Als dramatische Folge verbannte der brasilianische Staat 78 Millionen Kaffeesäcke in der Hoffnung, so den Kaffeepreis zu stärken. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch größtenteils aus. 


Moderne Kaffeeproduktion

Brasilien zählt zu den fortschrittlichsten Kaffeeanbauländern der Welt. Der Fokus liegt dabei auf Gewinn und Produktion und hat daher nicht den besten Ruf in Bezug auf die höchste Qualität. Die meisten großen Farmen verwenden relativ grobe Erntetechniken um möglichst viele Kirschen auf einmal zu ernten. Dadurch können jedoch auch unreife Kirschen mit geerntet werden. Dies ist auf der einen Seite Schade um die Kirschen, die noch mehr Potenzial in sich hatten. Auf der anderen Seite haben unreife Kirschen auch einen Einfluss auf die Qualität des Kaffees.


Geschmacksprofil

Guter Brasilianischer Kaffee besitzt eine leichte Säure, einen eher schweren Körper und ist gekrönt mit süßen schokoladigen und nussigen Geschmacksnoten.


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